100 Jahre nach der Brandkatastrophe Großübung in der Ortsmitte von Böhmenkirch
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Szenario: Ein mit Kraftstoff beladener Sattelzug kann in Folge defekter Bremsen nicht rechtzeitig bremsen
und rast in die Bäckerei.
Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Explosion bei der mehrere Gebäude in Brand gesetzt werden.
Zwei Fahrzeuge stehen vor dem neuen Rathaus, sind durch die Druckwelle und durch die Flammen beschädigt,
Personen sind noch in den Fahrzeugen.
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Ein lauter Knall, Flammen schlagen aus dem Heck,
der Tanklastzug ist von dunkel orangem Rauch eingehüllt.
Herr Bürgermeister Lenz der auf dem Balkon des Rathauses stand greift schnell zum Telefon.
Über den Notruf 112 informiert er die Leitstelle in Göppingen.
Ein Tanklastzug ist in die Bäckerei Binder gefahren,
nach einem lauten Knall brennt das Fahrzeug mehrere verletzte Personen schreien um Hilfe.
Die Leitstelle löst daraufhin um 14:05 Uhr nach der Alarm und Ausrückeordnung Sirenenalarm für alle Ortsteile aus.
Wenige Minuten danach ertönt das erste Martinshorn, der Einsatzleitwagen der Böhmenkircher Feuerwehr erreicht die Einsatzstelle.
Vizekommandant Franz Geiger der den Einsatz leitet,
erkundet mit seinem Führungsgehilfen dem stellvertretenden Abteilungskommandant Dietmar Wehner die Lage.
Sie stellen gleich fest dass die eigenen Kräfte nicht ausreichen und es sich um mehrere verletzte Personen handelt.
Sofort forderten sie über den Einsatzleitwagen (ELW) die Schnelleinsatzgruppe vom DRK in Geislingen sowie ein weiterer Löschzug
für den östlichen Einsatzabschnitt nach.
Abschnittsleiter Gerold Knoblauch der mit seinem Führungsgehilfen Mathias Klingler zwischenzeitlich eingetroffen ist
wird von dem Einsatzleiter über das weitere vorgehen informiert.
Das erste Löschgruppenfahrzeug aus Böhmenkirch erreicht die Einsatzstelle.
Gruppenführer Paul Ziller erhält den Auftrag:
"Fahrzeug vor dem Blumengeschäft Klingler aufzustellen, und Löschwasser aus dem Unterflurhydrant vor dem Gebäude Friedhofstraße 5 zu entnehmen".
Der erste Trupp baut unter Atemschutz seine Schlauchleitung auf.
Von dort aus wurde mit einem Strahlrohr eine Riegelstellung zwischen dem brennenden Tankwagen
und den vor dem Rathaus stehenden Autos aufgebaut. Der zweite Trupp übernimmt die Rettung der verletzten Autofahrer.
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Das zwischenzeitlich eingetroffene örtliche DRK baut unter der Bereitschaftsleiterin Katja Binder
unverzüglich auf dem Kirchenparkplatz ein aufblasbares Schnelleinsatzzelt sowie einen Rettungsplatz auf.
Das zweite Löschfahrzeug LF16 aus Böhmenkirch ist eingetroffen.
Der Gruppenführer Ulrich Staudenmaier erhält den Auftrag:
"Fahrzeug vor dem Überflurhydranten in der Brommstraße aufstellen,
Angriffstrupp unter Atemschutz soll die Rettung des Autofahrers unterstützen".
Der zweite Atemschutztrupp soll sich zum Rettungstrupp ausrüsten.
Die auf den Parkplätzen der Kreissparkasse, für den Abschnitt Ost eingerichtete Atemschutzüberwachung wurde,
von Gruppenführer Manfred Grieser und seinem Gehilfen Markus Lang betrieben.
Der verletzte Fahrer wird auf dem Sammelplatz vor das Freibankhaus getragen wo er bis zum Eintreffen vom DRK versorgt wird.
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Weitere brandverletzte Personen werden von den Atemschutztrupp gerettet und zum Sammelplatz gebracht und versorgt.
Der Einsatzleiter hat bei seiner weiteren Erkundung zwischen dem alten und neuen Rathaus weitere verletzte Personen angetroffen,
der Führungsgehilfe Wehner wurde mit der Betreuung der durch die umher fliegenden Teile verletzte, Personen beauftragt.
Der mit dem Tragkraftspritzenfahrzeug eingetroffene Abteilungskommandant Günter Mayer
übernimmt zusammen mit dem Führungsgehilfen Harry Rapp den Abschnitt Kirchstraße.
Nach der gemeinsamen Beratung über das weitere Vorgehen wurde für den Abschnitt Kirchstraße
eine weitere Drehleiter aus Eislingen/Fils und einen weiterer Löschzug mit einem zusätzlichen Schlauchwagen
für den Abschnitt Hauptstraße West angefordert.
Zur Wasserversorgung für die Drehleiter erhielt das LF 8 aus Böhmenkirch mit dem Gruppenführer Martin Heinzmann den Auftrag:
"Mit dem Schlauchanhänger eine Wasserleitung von der unteren Hälfte der Blumenstraße bis zur Bäckerei Stegmaier
in der Kirchstraße zu verlegen. Die Besatzung des Steinenkircher Fahrzeug unter dem Staffelführer Bernd Niederberger
begann mit dem Aufbau einer Wasserversorgung, hierzu wurde der Unterflurhydrant in der Kirchstraße 12 angezapft.
Der erste Atemschutztrupp ging im Schutz des Wassernebels zur Suche nach verletzten Personen vor.
Der zwischenzeitlich mit dem LF 8 aus Treffelhausen eingetroffene Gruppenführer Robert Nägele
lies nach Rücksprache mit Abschnittsleiter Mayer das Fahrzeug vor dem Gebäude 14 aufstellen.
Für einen weiteren Löschaufbau wurde der Hydrant vor dem Gebäude 18 angeschlossen.
Bei der Suche nach verletzten Personen musste die Fahrzeugbesatzung aus Steinenkirch unterstützt werden.
Der Rettungstrupp wurde ebenfalls von der Besatzung des Fahrzeuges aus Treffelhausen abgestellt.
Die Atemschutzüberwachung für den Abschnitt Kirchstraße wurde von Gruppenführer Hans Peter Rösch
und dem Gehilfen Volker Schmidt von der Abteilung Steinenkirch übernommen.
Die Suche nach verletzten Personen wurde durch die rund 2000 Zuschauern erschwert.
Im Abschnitt Hauptstraße Ost traf zwischenzeitlich das Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 aus Söhnstetten ein.
Der Abteilungskommandant Hans-Jürgen Söll erhielt den Auftrag:
"Angriff zwischen der Kreissparkasse und der Bücherei zur Personensuche zu starten"
Für die Wasserversorgung mussten er selbst eine B-Leitung zum Löschfahrzeug von Böhmenkirch verlegen.
Das kurz darauf eingetroffene LF 16/12 aus Bartholomä mit dem Gruppenführer Tobias Kalbantner erhielt den Auftrag:
"Parkplatz oberhalb des Bistros anfahren, und die Wasserversorgung aus den Unterflurhydranten in der Parkstraße aufbauen."
Der Führungsgehilfe des Einsatzleiter würde zwischen dem alten und neuen Rathaus verletzte Personen betreuen,
und sollte abgelöst werden. Da die Personensuche im Bereich der verunfallten Fahrzeuge abgeschlossen war
wurde mit dem ablöschen der Häuserfront begonnen.
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Abschnitt Kirchstraße, Nach und nach wurden zwei verletzte Personen aufgefunden.
Mit der Krankentrage wurden die verletzten Personen zu dem Rettungsplatz getragen
wo sie der zwischenzeitlich mit 5 Fahrzeugen und zwei Rettungszelten
eingetroffenen Schnelleinsatzgruppe übergeben werden konnten.
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Das DRK hatte 12 verletzte Personen zu betreuen.
Mit dem bisherigen Einsatzleitwagen erreichte Abteilungskommandant Martin Traa mit seinem Stellvertreter Josef Hummel die westliche Hauptstraße. Nach Rücksprache mit Einsatzleiter Geiger übernahmen die zwei Personen die Führung des Abschnittes Hauptstraße West. Bei der Einweisung in den Abschnitt erfuhr Abschnittsleiter Traa das je ein LF 8/6 aus Weissenstein und aus Gussenstadt auf der Anfahrt sind. Der Schlauchwagen aus Donzdorf sowie die Drehleiter aus Süssen seien ebenfalls auf der Anfahrt.
Abschnitt Kirchstraße, Das eingetroffene Tragkraftspritzenfahrzeug aus Schnittlingen unter den Staffelführer Gerhard Brühl erhielt den Auftrag: das Fahrzeug in der Uhlandstraße vor dem Schlecker aufzustellen, einen Löschangriff aufzubauen, dazu kann der Unterflurhydrant vor dem Gebäude Uhlandstraße 14 angeschlossen werden. Mit zwei Trupps müssen die Gebäude von der Kirchstraße 1 und 3 von hinten her kontrolliert werden. Da keine verletzten Personen gefunden wurden wurde mit den Löscharbeiten begonnen. Beim Besprühen des Dachs reichte der Wasserstrahl über das Haus, dabei wurden zahlreiche Zuschauer die vor der Volksbank standen bis auf die Haut nass.
Im Abschnitt Ost traf die Drehleiter der Gerstetter Wehr ein. Der Fahrzeugführer Martin Karle besprach mit Abschnittsleiter Knoblauch er erhielt den Auftrag: mit einer Riegelstellung das Rathaus zu schützen.
Als erstes Fahrzeug traf im Abschnitt West das LF 8/6 von Weissenstein unter dem Gruppenführer Jahn Ziller ein. Er erhielt den Auftrag: einen Trupp unter Atemschutz zur Personensuche unter Mitnahme eines Strahlrohres vorzuschicken. Ein weiterer Trupp soll sich zum Rettungstrupp ausrüsten, die Atemschutzüberwachung kann beim bisherigen ELW aufgebaut werden. Für die Wasserversorgung ist ein Standrohr vor Gebäude Hauptstraße 88 zu stellen.
Mit wenigen Minuten Verzögerung traf auch das FL 8/6 aus Gussenstadt mit dem Abteilungskommandanten Tobias Schädler ein, der Auftrag lautete wie folgt: Übernahme und Betreuung der verletzten Person, ein Trupp unter Atemschutz soll die Feuerwehr Weissenstein bei der Suche nach verletzten Personen unterstützten. Für einen weiteren Aufbau einer Wasserversorgung müsse der Unterflurhydrant im Kreuzungsbereich Hauptstraße – Holzstraße verwendet werden. Kurze Zeit später erreichte der Schlauchwagen SW 2000 aus Donzdorf den Einsatzabschnitt. Der Fahrzeugführer erhielt den Auftrag: eine Schlauchleitung zu dem 550 Meter entfernten Überflurhydranten in der Holzstraße Höhe Gebäude 53 zu verlegen. Die ebenfalls eingetroffene Drehleiter aus Süssen erhielt den Auftrag: mit einer Riegelstellung die angrenzenden Wohnhäusern zu schützen.
Im Abschnitt Kirchstraße hatte zugleich der Abschnittsleiter Mayer dem Fahrzeugführer Andreas Stocker der mit der Drehleiter aus Eislingen eingetroffen ist den Auftrag Riegelstellung zu der Kirche und zum Optikgeschäft Maurer aufzubauen.
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Als die Gebäudebrände soweit zurückgeschlagen waren wurden
mit einem massiven Schaumangriff die Flammen aus dem Tankwagen bekämpft.
Mit der CAFS – Löschanlage vom LF 16/12 aus Böhmenkirch schäumte und löschte ein Trupp unter Atemschutz den Tankwagen ein.
Von der Drehleiter aus Süssen wurde über ein Schaumrohr der Schaumangriff von oben herab vorgenommen.
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Um 15:30 Uhr konnte Herrn Bürgermeister Lenz „Feuer aus“ gemeldet werden.
Zur Koordination des Einsatzablaufes wurde die Mannschaft der Böhmenkircher Führungsgruppe,
Zugführer Aubele Alexander und Zugführer Thomas Fragner sowie der Vizeabteilungskommandant Albrecht Geiger
aus Schnittlingen durch die Führungsgruppe des Landkreises Göppingen Salach/Süßen unter
der Leitung des Süssener Kommandanten Andrea Borgia unterstützt.
Für die Presse war der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim Klaus Dieter Kirschner die Anlaufstelle.
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Die Übung wurde vom Böhmenkircher Kommandanten Bruno Lenz den Zuschauern moderiert.
Seit mehreren Jahren war es eine Großübung wo die Zusammenarbeit mehrere Feuerwehren aus drei Landkreisen geübt wurde. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Funkfrequenzen und Funkkreisen ist mit der heutigen Technik ohne größere Probleme möglich, wenn regelmäßig geübt wird.
Die Übung wurde federführend vom Zugführer und Kreisausbilder Thomas Nagel ausgearbeitet.
Das aufstellen der Straßensperrung wurde von der Feuerwehr in Eigenregie durchgeführt.
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Quelle: Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr Böhmenkirch
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